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Clausewitz-Gespräch: Automotive in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie
Unmissverständlich signalisieren die USA ihre künftige Unberechenbarkeit. Die europäischen NATO-Nationen bringt das in eine äußerst brisante Lage. Deutschland und Europa antworten unter hohem Zeitdruck mit massiven Investitionen. Es handelt sich um eine grundlegende Transformation aller gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Sektoren. Besonderes Augenmerk fällt dabei auf die deutsche Automobilindustrie – auch, um ihre Stärken für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (SVI) zu erschließen.
Deutschlands Festhalten an der Industrie wurde lange Zeit als Sonderweg belächelt, während sich beispielsweise die USA und Großbritannien stärker an der Wertschöpfung der Dienstleistungs- und Finanzwirtschaft orientierten. Die Industrie hingegen sollte in Richtung günstigerer Arbeitskräfte nach Asien ausgelagert werden. Doch ebendiese Industrie erweist sich jetzt als sicherheitspolitisches Rückgrat. Gleichzeitig gilt die Automobilindustrie als Fundament des deutschen Wohlstands – ein Garant von Arbeitsplätzen und Stabilität, gehärtet durch globalen Wettbewerb und Preisdruck, und erfolgsverwöhnt durch ihre Rolle im Welthandel. Mit lokalen Produktionsstätten und einer tiefen Infrastruktur aus Logistik und Zulieferern ist sie hochgradig wettbewerbsfähig. Doch seit der Pandemie leidet sie unter massiven Umsatzeinbrüchen durch die asiatische Konkurrenz.
Für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie bringt sie natürliche Stärken mit: Kapazität und Skalierbarkeit in erforderlicher Größenordnung, Adaptionsfähigkeit und spezialisierte Zulieferer. Doch der Schwenk einer ganzen Industrie ist kein Selbstläufer. Mit den Worten von Peter Drucker: „Culture eats strategy for breakfast.“ Die erfolgsverwöhnte Automobilindustrie stößt im neuen Feld der Verteidigungsbeschaffung auf ungewohnte Herausforderungen.
In diese gewährt der Strategiechef von Continental, Matthias Clemenz, einen tiefen Einblick. Während sich der Konzern als industrielles Schwergewicht aufspaltet, soll er gleichzeitig unter der neuen Marke „Aumovio“ auch das SVI-Feld erschließen – also quasi im vollen Galopp die Richtung und das Geschäftsfeld neu erfinden. Im Fokus steht, wie die Steuerung auf strategischer Flughöhe erfolgt, welche Schwierigkeiten kurz- und mittelfristig auftreten und wie eine klare Linie in einer veränderten gesellschaftlichen Lage entwickelt werden kann.
